Coronavirus: Türkei stoppt Einreise aus Deutschland

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15.03.20, 09:37 Uhr US-Präsident Donald Trump hat sich auf das Coronavirus testen lassen. Foto: picture alliance/dpa Dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert – zuletzt um 9.37 Uhr am 15. März. Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich weiter aus, immer mehr europäische Länder greifen zu drastischen Maßnahmen. Auch Deutschland: Fast 3800 Menschen sind hierzulande mit dem Virus infiziert…
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US-Präsident Donald Trump hat sich auf das Coronavirus testen lassen.

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Dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert – zuletzt um 9.37 Uhr am 15. März. Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich weiter aus, immer mehr europäische Länder greifen zu drastischen Maßnahmen. Auch Deutschland: Fast 3800 Menschen sind hierzulande mit dem Virus infiziert und acht Menschen gestorben.

Kanzlerin Angela Merkel kündigte weitreichende Einschnitte für das Alltagsleben an. Ihre Botschaft: Das öffentliche Leben muss praktisch zum Erliegen kommen.

Coronavirus: Der aktuelle Stand vom 15. März 2020

  • US-Präsident Trump nicht mit Coronavirus infiziert
  • Hier sehen Sie eine LIVE-KARTE ZUR CORONA-AUSBREITUNG
  • Ostern im Vatikan ohne Besucher
  • Frau von spanischem Regierungschef positiv getestet worden
  • Spanien steht fast vollständig unter Quarantäne
  • Gerüchte über Ausgangssperre lösen Tumulte im Iran aus
  • Deutschland: Fast 3800 Corona-Infizierte – acht Todesfälle
  • Frankreich schließt wegen Coronavirus Restaurants und Läden
  • Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten und Panikmache 
  • Angela Merkel mit Appell an jeden Einzelnen: Soziale Kontakte bis ins familiäre Umfeld möglichst meiden
  • Corona-Zahlen in Italien steigen weiter dramatisch – 1441 Tote
  • Markus Söder (CSU) fordert mehr Bundeswehr
  • Türkei verhängt Einreiseverbot auch gegen Deutschland
  • Berlin macht Clubs, Kneipen und Schwimmbäder dicht 

Update vom 15. März: Trump nicht mit Coronavirus infiziert, Frau des spanischen Regierungschefs positiv getestet worden, Ostern im Vatikan ohne Besucher

  • Wegen der Coronavirus-Epidemie hat der Vatikan alle öffentlichen Veranstaltungen zu Ostern abgesagt. Das Osterfest im Vatikan werde in diesem Jahr ohne Besucher gefeiert, hieß es in einer Mitteilung des Vatikans am Sonntag. Alle liturgischen Feiern der Karwoche fänden „ohne die physische Anwesenheit der Gläubigen” statt. Zu den Feierlichkeiten kommen normalerweise Tausende Menschen aus aller Welt. Wegen des Coronavirus-Ausbruchs werden bis zum 12. April die Generalaudienzen von Papst Franziskus und die Angelusgebete am Sonntag weiterhin nur online übertragen. Die Coronavirus-Pandemie betrifft derzeit insbesondere Italien besonders stark.
  • US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Arztes negativ auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Trumps Arzt Sean Conley gab das negative Testergebnis am Samstagabend in Washington bekannt. „Heute Abend habe ich die Bestätigung erhalten, dass der Test negativ ist“, erklärte Conley. Eine Woche nach einem Abendessen mit einer Delegation aus Brasilien in Trumps Golfclub Mar-a-Lago in Florida sei der Präsident weiterhin „symptomfrei“. Trump hatte zuvor nach langem Zögern bei sich einen Coronavirus-Test machen lassen.
  • Die Frau des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es gehe Begoña Gómez und dem Regierungschef selbst aber „gut“, teilte die spanische Regierung am Samstagabend mit. Beide halten sich demnach im Moncloa-Palast, dem Sitz des spanischen Ministerpräsidenten in Madrid, auf und „befolgen die von den Gesundheitsbehörden festgelegten Präventionsmaßnahmen“.
  • Etwa ein Sechstel der erfassten Berliner Coronavirus-Infektionen hat mit Club-Besuchen zu tun. „Von 263 bestätigten Fällen in Berlin sind 42 auf einen Club zurückzuführen“, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Samstagabend bei Twitter. Deshalb habe sie mit den Amtsärzten der Stadt die Schließung der Clubs und das Verbot von Veranstaltungen erwirkt. „Es ist einfach nicht die Zeit für Partys“ wurde Kalayci zitiert.
  • Australien verschärft seine Einreisebestimmungen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu stoppen. Wer in das Land einreist, muss sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben, wie Premierminister Scott Morrison am Sonntag ankündigte. Die Maßnahme soll ab Mitternacht gelten. Allen Ankommenden werde eine umfassende Selbstisolierung auferlegt, sagte Scott. 

Update vom 14. März: Fast 3800 Infizierte in Deutschland, Merkel mit Appell, Alarmzustand in Spanien

  • Zur wirksameren Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie hat Spanien einen zweiwöchigen sogenannten Alarmzustand verhängt, der auf die Einschränkung der Bewegungsfreiheit im ganzen Land hinausläuft. Der Ministerrat der Links-Regierung erließ dazu am Samstag in Madrid ein entsprechendes Dekret, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez am späten Abend bekanntgab. Das Dekret tritt am Montag um 8 Uhr morgens in Kraft. Sánchez sprach von „drastischen Maßnahmen“. Der Alarmzustand sei für die längstmögliche Dauer von 15 Tagen ausgerufen worden, sagte der sozialistische Politiker. Die Spanier dürften während des „Alarmzustands“ nur in Ausnahmefällen aus dem Haus gehen. Erlaubt bleiben nach dem Dekret Fahrten zur Arbeit, zum Arzt sowie zum Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten. Die Bürger dürfen das Haus auch verlassen, um Kinder, Ältere und Hilfsbedürftige zu betreuen. Urlauber und andere Menschen dürfen zudem zu ihrem Hauptwohnsitz zurückzukehren. Vom Verbot ausgenommen sind auch Situationen von „höherer Gewalt“. Die Einhaltung der Anordnungen werden gemäß Dekret die Sicherheitskräfte überwachen. 
  • US-Präsident Trump war in Kontakt mit Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nun hat er sich auch einem Test unterzogen. Die Vorsichtsmaßnahmen im Weißen Haus werden schärfer. Ein Ergebnis werde erst ein oder zwei Tage nach der Untersuchung vorliegen. Trump war am vergangenen Wochenende beim Besuch des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro in seinem Feriendomizil Mar-a-Lago mit mindestens zwei Personen in Kontakt, die später positiv auf das auf das Coronavirus getestet wurden.
  • Gerüchte über eine mögliche Ausgangssperre wegen der Corona-Krise haben am Samstag in Teheran einen Ansturm der Menschen auf die Supermärkte verursacht. In vielen Supermärkten waren laut Augenzeugen die meisten Waren, insbesondere Mineralwasser, Waschpulver und Plastikhandschuhe, bereits ausverkauft. Die Gerüchte über eine Ausgangssperre basierten zum Teil auf widersprüchlichen Aussagen der Behörden. Laut Armeechef Mohammed Bagheri soll die Armee dafür sorgen, dass die Straßen in den Städten, besonders in Teheran, sowie die Landstraßen binnen 24 Stunden leerer werden. Viele Iraner haben die Aussagen des Generals als eine bevorstehende Ausgangssperre interpretiert – so wurde es auch in den sozialen Medien beurteilt. Regierungssprecher Ali Rabiei wies jedoch die Spekulationen über eine Quarantäne Teherans vehement zurück. 
  • In Deutschland sind bis zum Samstagnachmittag nach Zählungen des Robert Koch-Instituts 3795 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert worden – 733 mehr als am Vortag. Acht Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben, teilte das RKI am Abend auf seiner Internetseite mit. Die meisten Fälle (1154) meldete weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo vor allem der Landkreis Heinsberg betroffen ist. Aus Bayern wurden 681 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, aus Baden-Württemberg 569.
  • Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus alle Restaurants, Läden und Bars. Apotheken und Lebensmittelgeschäfte oder Banken sollen aber geöffnet bleiben, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe am Samstagabend an. Allerdings sollen ab Mitternacht alle nicht für das Leben notwendigen öffentlichen Einrichtungen schließen.
  • Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bevölkerung vor Falschnachrichten und Panikmache in der Corona-Krise gewarnt. „Achtung Fake News“, schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter. „Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.“ Ein Sprecherin äußerte sich auch zur Aussage von Minister Jens Spahn, wonach sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz selbst für zwei Wochen in Quarantäne begeben sollten. Dabei handele es sich um eine Empfehlung, erklärte eine Sprecherin. „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause“, hatten Spahn und sein Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter geschrieben. Dies gelte „unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht“.
  • Wegen der Coronavirus-Epidemie bleiben von Montag an auch in Mecklenburg-Vorpommern Schulen und Kitas flächendeckend geschlossen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag am Rande einer Sondersitzung ihres Kabinetts in Schwerin mit. Die Landesregierung in Schwerin folgt damit den Entscheidungen anderer Bundesländer.
  • Mit Blick auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jeden Einzelnen dazu aufgerufen, mit dem eigenen Verhalten Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. Die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten werde dauern, sagte Merkel in ihrer am Samstag verbreiteten wöchentlichen Videobotschaft. Daher sei es nun wichtig, soziale Kontakte weitgehend einzustellen, „wo immer das möglich ist”. „Jeder und jede kann mit seinem und ihrem persönlichen Verhalten dazu beitragen, dass sich die Geschwindigkeit, in der Menschen infiziert werden, so verlangsamt, dass unser Gesundheitssystem nicht überfordert wird”, sagte Merkel. Sie rief die Bürger auf, Veranstaltungen zu meiden, die nicht notwendig seien, bis hinein ins familiäre Umfeld. „Wir helfen damit ganz konkret Menschen und können Solidarität in der Gesellschaft zeigen.” Das Coronavirus sei „eine riesige Herausforderung für uns in Deutschland”, sagte Merkel. „Eine Herausforderung, wie wir sie seit langem nicht gekannt haben. Und genauso, wie es uns geht, geht es vielen Ländern, den allermeisten Ländern auf der Welt.”
  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Italien steigt weiter dramatisch an. Am Samstag meldete die Katastrophenschutzbehörde 21.157 Infizierte (Freitag: 17.660). Insgesamt seien im Zuge der Epidemie inzwischen 1441 Menschen gestorben, hieß es weiter. Das sind 175 mehr als am Tag zuvor. Auf den Intensivstationen italienischer Krankenhäuser würden derzeit 1518 Menschen mit Coronavirus behandelt – eine Steigerung um 14 Prozent. Die meisten Infektionen werden weiterhin in Norditalien registriert. Aber auch in Latium, der Region um Rom, stieg die Zahl der Fälle um fast 30 Prozent, hieß es. 
  • Der CSU-Vorsitzende Markus Söder fordert, die Bundeswehr mehr für den Kampf gegen die Corona-Epidemie einzusetzen. „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen“, sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das ist angesichts dieser Krise unabdingbar.“
  • Die Türkei hat Reisenden aus neun europäischen Ländern die Einreise verboten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das erklärte das türkische Innenministerium am Samstag. Die Grenze sei für Menschen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Schweden geschlossen. Auch Menschen aus Drittländern, die sich in den vergangenen 14 Tagen in diesen neun Ländern aufgehalten haben, dürften nicht mehr einreisen. Türkische Staatsbürger dürften „vorübergehend” nicht in die genannten Länder reisen, hieß es weiter. Die Türkei hatte am Freitag angekündigt, von Samstagmorgen an Flüge in diese Länder bis zum 17. April auszusetzen. Bereits zuvor hatte Ankara Flüge nach China, Iran, Irak, Italien und Südkorea eingestellt. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in der Türkei war am Freitag auf fünf gestiegen.
  • Der Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat in Berlin drastische Folgen. Die Maßnahmen, die der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am späten Freitagnachmittag nach einer mehr als dreistündigen Sondersitzung des Senats verkündete, laufen auf eine deutliche Einschränkung des öffentlichen Lebens hinaus. Schulen und Kitas schließen, Clubs, Bars und Kneipen ebenfalls, die Schwimmbäder machen dicht.

    „Wir müssen in einer gemeinsamen Kraftanstrengung mit dieser Herausforderung umgehen“, sagte Müller. Es gehe darum, das öffentliche Leben und die Sozialkontakte so weit wie möglich einzuschränken. Das Ziel sei, das Ansteigen der Infektionszahlen mindestens zu verlangsamen. „Allen muss klar sein, wir haben hier eine Krise zu bewältigen, die sich nicht in den nächsten Tagen, wahrscheinlich auch nicht in den nächsten Wochen oder Monaten lösen lässt.“
  • Angesichts der Corona-Pandemie sollten sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums selbst in Quarantäne begeben. „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause“, schrieben Minister Jens Spahn und seine Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter. Dies gelte „unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht“. Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt weltweit die am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Region der Welt. 
  • In den USA haben sich Regierung und Opposition auf ein Hilfspaket im Kampf gegen das Coronavirus geeinigt. Das Repräsentantenhaus stimmte in der Nacht zum Samstag mit großer Mehrheit für ein Gesetzespaket, das unter anderem kostenlose Virustests ermöglichen soll. Präsident Donald Trump hatte zuvor den nationalen Notstand aufgerufen, um mehr Bundesmittel für den Kampf gegen den neuartigen Erreger bereitzustellen. Zudem trat ein von ihm verhängtes Einreiseverbot für Reisende aus Europa in Kraft. 
  • Die großen Kreuzfahrtgesellschaften Carnival, Royal Caribbean, Norwegian und MSC setzen ihre Fahrten aus den USA nach Angaben von US-Präsident Donald Trump für 30 Tage aus. Das geschehe auf seine Bitte und gelte ab Mitternacht in der Nacht zu Samstag (Ortszeit/5.00 Uhr MEZ), schrieb Trump am Freitagabend auf Twitter. In mehreren Fällen waren in den vergangenen Wochen Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 auf Kreuzfahrtschiffen festgestellt worden, die zur Quarantäne von Passagieren führten. 
  • Künstliche Intelligenz (KI) kann nach Einschätzung eines Experten helfen, den Ausbruch von Epidemien künftig früher zu erkennen und effektiver zu bekämpfen. Das gelte insbesondere in Verbindung mit den entsprechenden Daten, sagte Paul Lukowicz vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern der Deutschen Presse-Agentur.

    Für die Früherkennung sei es wichtig, wie viele Menschen sich wann krank melden, sagte der Wissenschaftliche Direktor und Leiter des DFKI-Forschungsbereichs Eingebettete Intelligenz. „Wenn Sie die Aufnahmeberichte sämtlicher Kliniken im Land vernetzen würden und ein Algorithmus diese Berichte permanent auf auffällige Häufungen prüfen würde, hätte man die Epidemie des neuen Coronavirus wohl lange vor der Ausbreitung bemerkt.“ Natürlich seien vorher ethische Fragen zu klären – etwa der Zugang zu Patientendaten und deren Verwendung.

    Auch beim Wissen über die mögliche Verbreitung einer Krankheit könnte künstliche Intelligenz helfen, meinte Lukowicz. „KI kann zum Beispiel die Daten internationaler Flugbewegungen aufbereiten und damit zur Vorhersage beitragen, wie schnell sich etwas ausbreiten kann.“

Update vom 13. März: Acht Coronavirus-Tote in Deutschland, Donald Trump ruft nationalen Notstand aus, Länder schließen Grenzen

  • Kanadischen Forschern ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, das neuartige Coronavirus, das für die Covid-19-Pandemie verantwortlich ist, zu isolieren. Dies könnte unter Umständen den Weg für die Herstellung eines Impfstoffes ebnen. Die Forscher sagen, dass die Isolation des Virus ihnen bei langfristigen Untersuchungen helfen würde. So könnten sie die Zusammensetzung und Wirkungsweise von Covid-19 verstehen. „Wir müssen Schlüsselwerkzeuge finden, um eine Lösung für diese Pandemie zu entwickeln. Während es mit kurzfristigen Lösungen schwierig ist, sind langfristige Lösungen das Ergebnis von intensiven Untersuchungen“, heißt es in einem Statement der Forscher vom Sunnybrook Gesundheitszentrum in Toronto, der McMaster Universität in Hamilton und der Universität von Toronto.
  • Im Kampf gegen das Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand ausgerufen. Damit könnten bis zu 50 Milliarden Dollar gegen die Epidemie mobilisiert werden, sagte Trump am Freitag bei einer Ansprache im Garten des Weißen Hauses. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde CDC wurden in den USA bislang mehr als 1600 Covid-19-Fälle registriert. Seit Mitte Januar kam es laut CDC allerdings erst zu weniger als 14.000 Tests. Zum Vergleich: Südkorea testet Medienberichten zufolge bis zu 20.000 Menschen am Tag. Angesichts der wenigen Tests in den USA dürfte die Dunkelziffer daher deutlich höher liegen. In den USA wurden laut CDC bislang mehr als 40 Tote wegen des Virus verzeichnet. 
  • Mit einem weiteren gestorbenen Mann in Baden-Württemberg sind bislang acht Tote in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland bekannt. Es handelt sich laut Landkreis Göppingen um einen 1935 geborenen Mann aus dem Kreis, der am Donnerstag positiv auf das Virus getestet worden war. Neben den drei Männern in Baden-Württemberg gibt es vier Tote in Nordrhein-Westfalen und einen in Bayern. Die Todesopfer in Deutschland waren zwischen 67 bis 89 Jahre alt. Zudem starb ein 60-jähriger Deutscher in Ägypten. 
  • Dänemark schließt in der Corona-Krise bis auf Weiteres seine Grenzen. Die Maßnahme gelte ab dem morgigen Samstag um 12.00 Uhr, teilte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen mit. Polen schließt in der Corona-Krise seine Grenzen für Deutsche und alle anderen Ausländer.
  • In Italien sind im Zuge der Coronakrise an nur einem Tag 250 Tote mehr gezählt worden. Mittlerweile seien 1266 Menschen gestorben, teilte der Zivilschutz am Freitag in Rom mit. Die Zahl der Infizierten stieg derweil auf 17.660 von mehr als 15.000 am Vortag. Italien ist nach China das Land mit den meisten Covid-19-Toten. Trotz drastischer Sperrmaßnahmen steigt die Zahl der Opfer immer weiter. 
  • Am Freitag kündigten zwölf Bundesländer flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas an: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Die meisten Länder werden die Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien geschlossen halten, also bis Mitte oder Ende April. Mecklenburg-Vorpommern will an diesem Samstag über flächendeckende Maßnahmen entscheiden. Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen. Brandenburg setzt den regulären Schulunterricht von Mittwoch an vorerst aus. Der Schulbesuch ist damit weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend. Eine ähnliche Regelung gibt es in Hessen ab Montag.
  • Die Türkei stellt als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus Flüge nach Deutschland und in acht weitere europäische Länder vorübergehend ein. Ab Samstagmorgen 8.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) werde es keine Flugverbindungen nach Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Spanien und Schweden geben.
  • Der Kreuzfahrtanbieter Tui Cruises hat wegen des Coronavirus sieben Reisen abgesagt. Allerdings sei es „zum jetzigen Zeitpunkt keine Option“, den Kreuzfahrtbetrieb komplett einzustellen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Von den Absagen betroffen sind Reisen zu den Kanaren, Azoren und über Dubai, weil Häfen auf diesen Routen den Kreuzfahrtbetrieb eingestellt haben. Die Kosten werden den Kunden, die die Reisen gebucht hatten, automatisch erstattet.
  • Wegen des neuen Coronavirus ändern immer mehr Kreuzfahrtreedereien ihre Pläne. Die italienische Reederei Costa teilte am Freitag mit, ihre Reisen weltweit bis zum 3. April freiwillig einzustellen. Die norwegische Reederei Hurtigruten kündigte am Freitag kostenlose Umbuchungen von Kreuzfahrten an.
  • Spanien ruft wegen der Corona-Krise den Alarmzustand aus. Diese Maßnahme solle am Samstag bei einem außerordentlichen Ministerrat verabschiedet werden, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Freitag in Madrid an. Der Alarmzustand ist die dritthöchste der in der spanischen Verfassung vorgesehenen Notfallstufen. 
  • Die deutsche Bundesregierung will den Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen. Das sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin. Damit sollen Unternehmen und Arbeitsplätze geschützt werden, hieß es zuvor. Außerdem soll es Stundungen von Steuern geben. 
  • Disney schließt wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Vergnügungsparks in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Florida sowie in Paris. Disneyland im kalifornischen Anaheim, Walt Disney World in Orlando in Florida und Disneyland Paris machen ab diesem Wochenende bis mindestens Ende März dicht. Ferner verschob der Konzern den Kinostart seiner neuen Produktionen „Mulan“, „X-Men: New Mutants“ und „Antlers“ für unbestimmte Zeit.
  • Die Ehefrau des kanadischen Regierungschefs Justin Trudeau hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der Test von Sophie Grégoire Trudeau fiel positiv aus, wie das Büro des Regierungschefs am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Ihr gehe es aber gut. Der Premierminister sei „bei guter Gesundheit“ und zeige keine Symptome. Ein Test bei ihm sei nicht geplant. Als Vorsichtsmaßnahme werde er jedoch eine 14-tägige Quarantäne beachten. 

Update vom 12. März: Angela Merkel stellt Maßnahmen gegen Coronavirus vor, neue Todesfälle in Deutschland, USA verhängen Einreisesperre

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bevölkerung wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus aufgefordert, wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten. Das sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend nach Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin. Auch „alle nicht notwendigen“ Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern sollten abgesagt werden. „Das ist ein Aufruf an alle“, sagte Merkel. Bereits bisher gilt die Aufforderung der Bundesregierung, Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern abzusagen. Auch die vorübergehende Schließung von Kindergärten und Schulen etwa durch das Vorziehen der Osterferien sei eine weitere Option, sagte Merkel. Die Ausbreitung des Virus werde voraussichtlich vor keiner Region haltmachen. Gravierende Spuren werde die Epidemie auch im Wirtschaftssystem haben, sagte Merkel. „Das ist eine unbekannte Herausforderung für uns“, sagte Merkel. „Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an.“
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Markus Söder (CSU, li.), Ministerpräsident von Bayern, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg

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  • Zudem kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an, dass alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden sollen – um die Krankenhäuser in Deutschland für Coronapatienten freizuhalten. Dies solle soweit medizinisch vertretbar ab Montag gelten, heißt es in einem Beschluss von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder. Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus sind nach den Worten Söders die nächsten vier bis fünf Wochen entscheidend. Alle Maßnahmen würden erstmal bis zum 20. April terminiert, danach werde man eine Bestandsaufnahme machen, sagte der CSU-Chef. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dieser Zeitraum sei „sehr, sehr entscheidend“ dafür, wie es danach weitergehe.
  • Deutschland hat seinen sechsten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Im Kreis Heinsberg ist eine weitere mit dem Coronavirus infizierte Patientin (78) gestorben – es ist der vierte bekannte Todesfall in Nordrhein-Westfalen. 
  • Zuvor war bereits ein Patient in Bayern gestorben. Der 80-Jährige hatte Vorerkrankungen und sei in der Nacht zum Donnerstag im Klinikum Würzburg gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in München mit. In Baden-Württemberg starb zudem ein 67 Jahre alter Mann. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit.
  • In Italien ist die Zahl der Toten im Zuge der Coronavirus-Krise auf mehr als 1000 gestiegen. Das teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Am Vortag waren es noch 827 Tote. Die Zahl der Infizierten stieg derweil auf mehr als 15.000.
  • Die katalanischen Behörden haben wegen der Coronavirus-Pandemie vier Gemeinden in Nordspanien abgeriegelt. Die insgesamt 66.000 Einwohner der Städte Igualada, Òdena, Santa Margarida de Montbui und Vilanova del Camí dürften den „städtischen Kern“ nicht verlassen, teilte der Zivilschutz am Donnerstag unter Berufung auf Anweisungen der katalanischen Regionalregierung im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Ihre Häuser dürfen die Menschen demnach aber verlassen.
  • Wegen der Coronavirus-Krise bleiben in Frankreich alle Schulen geschlossen. „Ab Montag und bis auf Weiteres werden alle Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Universitäten geschlossen“ sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagabend in einer TV-Ansprache.
  • Im Kampf gegen das Coronavirus schließt Belgien alle Schulen, Cafés und Restaurants. Auch alle Kundgebungen würden „unabhängig von ihrer Größe“ abgesagt, sagte die belgische Ministerpräsidentin Sophie Wilmès am Donnerstagabend vor Journalisten in Brüssel. Die Schließung der Schulen gelte bis 3. April, sagte sie weiter. 
  • Halle an der Saale hat entscheiden, von diesem Freitag an alle Kindertagesstätten und Schulen zu schließen. Das gelte vorerst bis zum 27. März, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag. Zudem seien alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Auch die Räume der Theater, der Oper und der Orchester GmbH Halle würden geschlossen. Der Lehrbetrieb der Universität, der teils auch in den Semesterferien stattfindet, werde ebenfalls von Freitag an eingestellt. Möglicherweise würden die Maßnahmen verlängert, das werde auf Grundlage der aktuellen Lage entschieden.
  • Die Slowakei verhängt wegen der Coronavirus-Pandemie ein Einreiseverbot für fast alle Ausländer. Ausgenommen seien lediglich Polen, sagte der Sprecher des slowakischen Innenministeriums, Peter Lazarov, am Donnerstag in Bratislava der Nachrichtenagentur AFP. Zudem kündigte er die Schließung aller internationaler Flughäfen, Schulen, kulturellen Einrichtungen und Vergnügungsstätten an.
  • Wegen des Coronavirus hat nun auch Indien eine Einreisesperre verhängt. Sie betrifft alle Touristen, die das Land besuchen wollen. Die Regierung erklärte alle Touristenvisa für einen Monat lang für ungültig. 
  • Die USA verhängen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus für 30 Tage ein allgemeines Einreiseverbot für Menschen aus Europa. Das Einreiseverbot soll am Freitag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten, wie Präsident Donald Trump am Mittwoch in einer Fernsehansprache ankündigte. Es gilt nach seinen Angaben nicht für US-Bürger mit Europa-Aufenthalt, die negativ auf den Erreger getestet würden. Auch sei Großbritannien von dem Einreiseverbot ausgenommen.
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US-Präsident Donald Trump hat wegen des Coronavirus ein Einreisestopp für Europäer in die USA verhängt.

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  • Die Maßnahmen seien nötig, um die Gesundheit und das Wohlergehen der US-Bürger zu schützen, sagte Trump. Er warf der EU vor, nicht ausreichend auf die Ausbreitung des Erregers reagiert zu haben. Die Europäische Union habe es versäumt, nach Ausbruch des Virus ein allgemeines Einreiseverbot für Reisende aus China zu verhängen. Von China hatte die Pandemie ihren Ausgang genommen.

Update vom 11. März: Italien schließt alle Geschäfte, WHO nennt Ausbruch des Coronavirus Pandemie

  • Italien ergreift drastische Maßnahmen, um seine Bürger zu schützen: Am 11. März wird bekannt, dass alle Läden geschlossen bleiben, dazu zählen auch Restaurants und Bars. Die einzigen Ausnahmen gelten für Apotheken und Supermärkte, erklärt Premierminister Giuseppe Conte. Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten müssten eingestellt werden. Entsprechend gibt es auch keine offenen Bars oder Restaurants. Das gesamte Land wird zur Sperrzone. 
  • Dänemark schließt alle Schulen und Kitas, um eine Ansteckung einzudämmen. Die Schließung soll 2 Wochen dauern.
  • Jetzt ist es offiziell: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch des neuartigen Coronavirus als Pandemie eingestuft. Angesichts der weltweiten Verbreitung des Erregers sei er „tief besorgt“ über das „alarmierende Niveau der Untätigkeit“ im Kampf gegen das Virus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Weltweit infizierten sich bereits mehr als 110.000 Menschen mit dem Coronavirus. Es gibt keine offiziellen Kriterien der WHO, ab wann ein Krankheitsgeschehen als Pandemie einzuordnen ist. Landläufig wird darunter eine Krankheit verstanden, die sich unkontrolliert über Kontinente hinweg ausbreitet.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es in der Coronakrise als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Es gebe noch keine Therapie und keinen Impfstoff. 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnten infiziert werden, sagte Merkel unter Berufung auf Experten. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen seien besonders gefährdet.  Ziel sei, die Ausbreitung des Virus und die Infizierungen zu verlangsamen. „Alle Maßnahmen, die wir machen, sind von allergrößter Bedeutung, weil sie uns Zeit geben“, betonte die Kanzlerin. Es gehe darum, Prioritäten zu setzen. Wichtig sei, dass alle staatlichen Ebenen arbeiteten und dass die medizinischen Möglichkeiten genutzt werden könnten. Es sei „nicht das zentrale Problem, ob ein Fußballspiel mit oder ohne Publikum stattfindet“, fügte sie hinzu. „Wir müssen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen“, betonte Merkel. „Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander auf eine Probe gestellt“, warb die Kanzlerin um Verständnis für die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. 
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ein entschlossenes Handeln der Bundesregierung angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie abzufedern. „Wir werden das tun, was notwendig ist“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Entscheidend sei, dass Deutschland gut durch die Situation komme. Merkel sprach von einer außergewöhnlichen Lage. Man werde dann am Ende schauen, was das für den Haushalt bedeute. Die Kanzlerin stellte damit eine mögliche Lockerung der „Schwarzen Null“ in Aussicht – dies ist ein Bundeshaushalt ohne Neuverschuldung.
  • Drei Aufzeichnungen der ZDF-Show „Fernsehgarten on tour“ auf der Kanareninsel Fuerteventura werden wegen des Coronavirus abgesagt. Die „momentanen Einschränkungen durch das Coronavirus und die dadurch entstehenden logistischen Schwierigkeiten bei der Realisierung einer solchen Auslandsproduktion“ nannte das ZDF am Mittwoch in Mainz als Grund. Zuvor hatte bild.de über die Absage berichtet. Die Aufzeichnungen waren vom 24. bis 26. März geplant. Die drei Sendungen sollten am 19. und 26. April sowie am 3. Mai ausgestrahlt werden. Moderatorin ist Andrea Kiewel. 
  • Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben – es ist der dritte bekannte Todesfall in Deutschland. Der Patient sei im Heinsberger Krankenhaus gestorben, teilte der Kreis mit. Es handelt es sich um einen 73-Jährigen aus Übach-Palenberg mit schweren Vorerkrankungen, er sei Dialysepatient gewesen. „Die Infektion mit dem Coronavirus hatte seinen Gesundheitszustand zusätzlich beeinträchtigt”, hieß es.
  • Belgien hat seinen ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Ein 90 Jahre alter Patient starb in einem Brüsseler Krankenhaus, wie Gesundheitsministerin Maggie De Block am Mittwoch mitteilte. Nach Angaben der Zeitungsgruppe Sud-Presse handelt es sich um einen männlichen Patienten. 
  • In der Türkei ist der erste Coronavirus-Fall gemeldet worden. Der positiv auf das Virus getestete Mann sei erst kürzlich von einer Europareise zurückgekehrt, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca in der Nacht zu Mittwoch in Ankara mit. Es handele sich um einen Türken, sein Zustand sei gut. Der Patient sei isoliert worden, seine Familie stünde unter Beobachtung. 
  • Die EU-Kommission hat die ersten vier Fälle von Coronavirus-Infektionen unter ihren rund 32 000 Beschäftigten registriert. Drei weitere Mitarbeiter warteten noch auf Testergebnisse, hieß es in einer internen Email, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.
  • In der schwer von der Coronavirus-Epidemie betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan dürfen einige Unternehmen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Dies gelte unter anderem für Unternehmen, die wichtig seien für „globale Industrieketten“, teilte die Regierung der Provinz Hubei am Mittwoch mit, in der Wuhan liegt. Ihnen müsse aber eine behördliche Genehmigung vorliegen. Auch Betriebe, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen, dürfen demnach ihre Produktion wiederaufnehmen.
  • Seit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus ist die TV-Nutzung in Deutschland messbar gewachsen. „Insbesondere die Sehdauern in der Primetime entwickeln sich im Februar und März im Vergleich zu den Vorjahresmonaten leicht überdurchschnittlich“, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, Kerstin Niederauer-Kopf, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Anstieg ist umso auffälliger, weil der Konsum klassischen Fernsehens seit Jahren sinkt. „Dies kann darauf hindeuten, dass sich die Menschen abends aufgrund der aktuellen Situation derzeit mehr Zuhause aufhalten.“ Dies könne in der Tat eine Auswirkung der Maßnahmen gegen das neue Virus sein, erläuterte Niederauer-Kopf. „Davon profitieren derzeit insbesondere die privaten Sender mit starken Unterhaltungssendungen.“

Update vom 10. März: Bundestag gibt bis zu einer Milliarde für Corona-Abwehr

  • Kanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass sich rund zwei Drittel der Menschen in der Bundesrepublik mit dem Coronavirus anstecken könnten. Dementsprechend würde das 60 bis 70 Prozent der Deutschen betreffen (hier lesen Sie mehr).
  • Der Bundestag stellt massive Finanzmittel zum Kampf gegen den neuartigen Coronavirus zur Verfügung. „Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro”, kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) am Dienstag vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin an. Damit sollten unter anderem Forschungsmaßnahmen ermöglicht werden. Das Parlament wolle das ganz klare Signal setzen: „Der Bundesgesundheitsminister, die Gesundheitsbehörden werden alle Mittel kriegen, die sie brauchen, um gegen die Coronakrise vorzugehen.” Neben dem Forschungsbereich würden die zusätzlichen Haushaltsmittel auch in Ausrüstungsgegenstände gehen. Dort müsse entsprechend nachgelegt werden.
  • Die Coronavirus-Epidemie sorgt in weiten Teilen Europas für massive Einschränkungendes Reiseverkehrs und des öffentlichen Lebens. Während Italien sich am Dienstag als erstes Land der Welt in eine Art Sperrgebiet verwandelte, untersagte Österreich jegliche Einreisen aus Italien ohne Gesundheitsattest. Auch Slowenien schloss seine 232 Kilometer lange Grenze zum Nachbarland. Weitere Länder wie Tschechien und Spanien schränkten den Reiseverkehr ein und untersagten Großveranstaltungen.
  • Das Deutsche Rote Kreuz hat an Blutspender appelliert, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. Beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost komme es derzeit zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, wie der medizinische Geschäftsführer, Prof. Torsten Tonn, erklärte. Hintergrund sei die Corona-Epidemie, aber auch die jahreszeitlich bedingte Zunahme von Erkältungs- und Influenzaerkrankungen.

Update vom 9. März: Italien wird zur Sperrzone

  • Italien greift nun zu drastischen Maßnahmen: Premierminister Giuseppe Conte erklärte das gesamte Land zur Sperrzone (hier lesen Sie mehr). Die Regelung gilt ab 10. März 2020. Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Norditalien hatte die italienische Regierung bereist am Nachmittag des 9. März 2020 die Schließung aller Skiorte des Landes beschlossen.
  • Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. 
  • In Deutschland sind am Montag erstmals im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. In Essen starb eine 89-jährige Frau, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen am Montag mitteilte. Auch der Kreis Heinsberg hat einen Todesfall zu vermelden. Es handelt es sich nach Angaben von Landrat Stephan Pusch um einen 78-jährigen Mann aus Gangelt. Er habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei am Montag um 14 Uhr an Herzversagen gestorben. Der Mann habe bei der Ankunft im Krankenhaus gesagt, dass es ihm seit mehreren Tagen schlecht gehe. Er habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten und vorher eine Karnevalssitzung besucht – wobei noch unklar sei, um welche es sich gehandelt habe, so Pusch.

Upadate vom 8. März: Erste „Drive-In“-Teststationen in Baden-Württemberg

  • Menschen mit dem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion können sich an einer speziellen Station in Baden-Württemberg aus dem Auto heraus testen lassen. Zwei „Drive-In“-Stationen nahmen am Montag im Landkreis Esslingen ihren Betrieb auf. „Man bleibt einfach im Auto sitzen und kurbelt das Fenster runter“, sagte der Leiter des Landratsamts, Peter Keck, in Nürtingen. Ärzte und Helfer in Schutzkleidung nehmen am Wagen einen Abstrich von Mund und Nase. Die Nachfrage war groß: Allein am Vormittag wurden rund 100 Abstriche entnommen. Voraussetzung sei, dass der Bürger sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat und Krankheitszeichen aufweist. Eine ähnliche Anlage für Virustests gibt es auch in Groß-Gerau in Hessen. Der Test selbst soll etwa fünf Minuten dauern. Voraussetzung dafür ist eine telefonische Diagnose von einem Hausarzt.
  • Wegen des massiven Passagierrückgangs infolge der Corona-Epidemie verringert Eurowings die Zahl ihrer Flüge radikal. Das berichtet der Reisebranchendienst „fvw“ und beruft sich auf den Streckendienst „Routes Online“. Demnach seien zahlreiche Kölner, Düsseldorfer und Hamburger Strecken betroffen. Welche das sind: Hier die komplette Übersicht. Zudem bietet das Unternehmen kostenlose Umbuchungsoptionen und Serviceinformationen an. Details erfahren Sie hier.
  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Ansteckungen in Deutschland ist bis Montagmorgen (8. März) auf 1112 gestiegen. Wie aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, gab es allein in Nordrhein-Westfalen bereits 484 Infektionen. In Bayern wurden demnach inzwischen 256 Fälle bestätigt, in Baden-Württemberg steckten sich den offiziellen Zahlen zufolge bereits 199 Menschen an. In mehreren anderen Bundesländern gibt es weiterhin nur wenige Fälle. Einzig in Sachsen-Anhalt verzeichnete das RKI bis Montag keinen Fall.
  • Die Zahl der offiziell registrierten Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Veröffentlichung dieser Zahlen im Januar gesunken. Wie der Gesundheitsausschuss der Regierung in Peking am Montag mitteilte, wurden seit dem Vortag in ganz Festlandchina nur 40 weitere Ansteckungsfälle nachgewiesen.
  • Die große Koalition will wegen der Coronavirus-Krise die Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld deutlich senken. Arbeitgeber sollen anders als heute die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen, beschloss der Koalitionsausschuss in der Nacht zu Montag in Berlin. 

Update vom 7. März: Spahn rechnet wegen Coronavirus mit Absage von Großveranstaltungen

  • Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. „Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden“, sagte er am Sonntag in Berlin. Von solchen Absagen betroffen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte sein. Spahn sagte, oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. „Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen.“ Zum Thema Großveranstaltungen sagte Spahn: „Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern bis auf weiteres abzusagen.“ Prinzipien für den Umgang mit kleineren Veranstaltungen habe das Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt.
  • Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. 847 Menschen haben sich mittlerweile bundesweit mit Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen mitteilte. Das sind rund 50 Fälle mehr als am Vortag und mehr als zehnmal so viele wie noch eine Woche zuvor. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet nach RKI-Angaben mit 392 weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg (182) und Bayern (148). Außer Sachsen-Anhalt sind mittlerweile alle Bundesländer betroffen.

Coronavirus: Italien riegelt großen Teile des Nordens ab

Die Lage in Italien spitzt sich dramatisch zu: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt die Regierung die Bewegungsfreiheit von rund 16 Millionen Bürgern drastisch ein, wie die dpa berichtet. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Sonntagmorgen, die wirtschaftsstarke Lombardei und 14 andere Gebiete würden weitgehend abgeriegelt. Er habe das entsprechende Dekret unterschrieben. Davon betroffen sind die Millionenstadt Mailand und die Touristenhochburg Venedig ebenso etwa wie Parma in der Region Emilia-Romagna. Außerdem bestätigte beziehungsweise verhängte die Regierung den Angaben nach Einschränkungen für ganz Italien wie den Stopp für Kinos, Theater, Museen, Demonstrationen und viele andere Veranstaltungen. Die neuen Sperrgebiete sollten von sofort bis zunächst zum 3. April gelten, schrieben Zeitungen. Italien ist das Land in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählen die Behörden 5883 Menschen mit einer Infektion. 233 Menschen davon sind gestorben.

Fast 700 Coronavirus-Infektionen in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle bis Samstagmorgen auf 684 gestiegen. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Damit stieg die Zahl der Fälle seit Freitagnachmittag um 45 an. Nach wie vor gibt es in Nordrhein-Westfalen mit Abstand die meisten Fälle: Dort gibt es 346 nachgewiesene Infektionen. In Bayern gab es laut RKI 117 Fälle, in Baden-Württemberg 116. In vielen anderen Bundesländern traten teilweise nur Einzelfälle auf. Sachsen-Anhalt ist bisher das einzige Land, aus dem noch keine bestätigte Coronavirus-Infektion gemeldet wurde.

Jens Spahn mit Aufruf an alle Bürger – Kritik an Deutschland

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger aufgerufen, Corona-Risikogebiete zu meiden. Auf nicht notwendige Reisen in besonders betroffene Regionen in Italien, aber auch in Nordrhein-Westfalen sollte man verzichten, sagte Spahn am Freitag am Rande der Treffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel.

Die Grenzen in der Europäischen Union sollten aber offen bleiben. Der CDU-Politiker appellierte auch an die Bürger, sich nicht mit Masken oder Schutzkleidung einzudecken, sondern diese für Ärzte und Pflegekräfte zu lassen.

Berliner Charité stellt sich gegen Empfehlung des Robert-Koch-Instituts

Der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité hat mitgeteilt, dass die Klinik die Quarantäne-Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nicht mehr 1:1 umsetzten werde. Christian Droste sagte dazu der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, man würde die Empfehlungen nicht mehr aufrecht erhalten können.

Als Grund nannte er die Sicherung der medizinischen Versorgung. „Wenn man das gesamte medizinische Personal, das mit Infizierten Kontakt hatte, in Quarantäne schicke, breche die medizinische Versorgung für die Bevölkerung zusammen. Nicht nur für Corona-Patienten, sondern auch für alle anderen“, sagte Drosten der Zeitung. Es sei daher notwendig, dass das RKI seine Empfehlungen der Realität anpasse.

Eine mögliche Alternative wäre seiner Meinung nach, dass das gesamte Personal der Ambulanz täglich auf eine Coronavirus-Infektion getestet würde. So könnten Ärzte und Pflegepersonal maximal einen Tag nach einer Infektion noch arbeiten bevor sie in Quarantäne müssten, denn in dieser Zeitspanne wären die Betroffenen wahrscheinlich noch nicht ansteckend, so der Virologe.

Emmanuel Marcon beschlagnahmt alle Atemschutzmasken

Wegen der Ausbreitung des Virus beschlagnahmt der französische Staat jetzt alle Atemschutzmasken! Und zwar ganz offiziell. „Wir beschlagnahmen alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken“, schreibt Präsident Emmanuel Macron am 3. März 2020 auf Twitter. Die Masken sollen laut Macron an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden.

Schlägerei auf Kreuzfahrtschiff MSC Meraviglia

Das Coronavirus hat gerade für Kreuzfahrten weitreichende Folgen. Schiffe, auf denen es zu Infektionen gekommen ist oder zumindest der Verdacht besteht, dürfen wochenlang nicht an Land gehen. Bei vielen Urlaubern liegen da die Nerven blank.

Auch die „MSC Meraviglia“ wurde unter Quarantäne gestellt und durfte nicht in Jamaika und auf Grand Cayman anlegen. Grund: Bei zwei Passagieren auf dem Kreuzfahrtschiff bestand der Verdacht, sie könnten sich mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Betroffen waren auch die übrigen 4580 Passagiere. Auch sie durften das Schiff nicht verlassen. Ein Video und ein Bericht der „Daily Mail“ zeigt jetzt verstörende Szenen, zu denen es wegen der Zwangsquarantäne kam.

Handy-Video zeigt Ausschreitungen auf der MSC Meraviglia

Reisegäste griffen Animateure und Musiker im großen Saal des Luxusdampfers an. Auch andere Passagiere wurden attackiert.

Der Besatzung gelang es nur unter Einsatz von Pfefferspray, die Randalierer unter Kontrolle zu bringen.

Kurz darauf durfte die „MSC Meraviglia“ dann endlich in Mexiko anlegen. Ein Coronavirus-Schnelltest konnte den Corona-Verdacht bei den beiden Reisenden nicht bestätigen. Die isolierten Personen waren offenbar nur mit einer „normalen“ Grippe erkrankt.

Louvre geschlossen – Mitarbeiter in Corona-Panik

Aus Panik vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben Mitarbeiter und Gewerkschaftsvertreter die Öffnung des Pariser Louvre verhindert. „Wir machen uns sehr viele Sorgen, weil wir Besucher von überall haben“, sagte ein Beschäftigter des Kunstmuseums, André Sacristin.

Corona-Verdacht in Regierungsflieger von Gerd Müller

Schockmoment für Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (64/CSU). Auf dem Rückflug von Indien nach München mit der Regierungsmaschine „Global 6000“ am Freitagnachmittag wurde der Politiker darüber informiert, dass eines der Crew-Mitglieder möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sein könnte.

„Natürlich haben wir alle erstmal einen Schreck bekommen. Die Behörden in München haben aber besonnen reagiert und uns umfassend informiert. Es handelte sich eindeutig um eine falsche Information, dass es einen Kontakt der Crew zu einem infizierten Piloten gäbe“, erklärte er gegenüber „Bild am Sonntag“.

Der Verdacht war aufgekommen, weil man vermutet hatte, dass einer der Crew-Mitglieder Kontakt mit dem infizierten Soldaten der Flugbereitschaft in Köln-Wahn gehabt hatte. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht. 

Gerd Müller: „Ich habe natürlich angeboten, mich freiwillig testen zu lassen. Das wurde von den Ärzten aber ausgeschlossen, da es keine Verdachtsmomente mehr gab.“

Horst Seehofer schließt Absperrung von Städten nicht aus

Bundesinnenminister Seehofer schließt nicht aus, dass es zu Absperrungen von Städten oder Regionen kommen könnte. „Dieses Szenario wäre das letzte Mittel“, so der Politiker.

Quarantäne für Hunderte Heinsberger beendet

Für mehrere hundert Bewohner im Kreis Heinsberg ist am Sonntag die häusliche Quarantäne wegen des Coronavirus zu Ende gegangen. 

Rund 300 Karnevalisten, die eine Sitzung am 15. Februar in Gangelt besucht hatten, und ihre Familien waren zu der vorsorglichen Maßnahmen aufgerufen worden. Seit Sonntag dürfen Betroffene, die keine Krankheitssymptome zeigen, sich wieder ohne Einschränkungen bewegen, sagte ein Kreissprecher am Morgen.

Beliebtheit von Corona-Bier drastisch gesunken

Sorgt das Virus für Einbußen beim Bierhersteller? Laut dem Marktanalyse-Unternehmen YouGov fiel die Beliebtheit des Corona-Biers von 75 Prozent Anfang Januar auf 51 Prozent Ende Februar.

In einer Erhebung der PR-Agentur 5W hatten zuvor 38 Prozent von 737 Befragten ihren Verzicht auf das Bier erklärt. Bei 16 Prozent herrschte demnach Verwirrung, ob es eine Verbindung zwischen Corona-Bier und dem Coronavirus gab.

Der US-Eigentümer von Corona-Bier wies allerdings Berichte zurück, wonach 38 Prozent der US-Bürger wegen des neuartigen Coronavirus aus China vor einem Kauf der Marke zurückschrecken. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen, die von dem schrecklichen Virus betroffen sind“, doch das Geschäft mit dem Corona-Bier sei davon nicht betroffen, erklärte der Chef von Constellation Brands, Bill Newlands, am späten Freitag (Ortszeit).

Probleme hat die Marke zudem mit einer Werbekampagne für ein neuartiges Mineralwasser, das mit Alkohol und leichtem Fruchtaroma versetzt ist. In dem Spot heißt es, der „Hard Seltzer“ werde bald „an Land kommen“. Das sorgte angesichts der Ausbreitung des Erregers aus China in den sozialen Netzwerken für einigen Spott. „Bemerkenswert geschmacklos“, kommentierte ein Twitter-Nutzer – „bin mir ziemlich sicher, dass Corona schon immer einen bemerkenswert schlechten Geschmack hatte“, antwortete ein anderer.

Amazon nimmt vermeintliche Heilmittel aus dem Sortiment

Der Internet-Riese Amazon hat in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben eine Million Produkte aus dem Sortiment genommen. Diese sollen fälschlicherweise als Heil- oder Abwehrmittel gegen das Coronavirus verkauft worden sein.

Zudem habe das Unternehmen auch tausende Angebote wegen Preistreiberei gelöscht. Drittanbieter hätten hätte ihre Verkaufspreise teilweise sogar mehr als verdreifacht, erklärte das Unternehmen. Solche Preistreibereien dulde Amazon nicht, so eine Sprecherin.

Auch der italienische Verbrauchverband UNC schlug bereits Alarm. Als besonders krasses Beispiel nennen die Verbraucherschützer ein auf Amazon angebotenes Set von fünf als „ideal gegen das Coronavirus“ beworbenen Schutzmasken zum Preis von 189 Euro. Es handele sich um eine „schamlose Spekulation, um Profit aus der Angst der Leute zu schlagen“, erklären die Verbraucherschützer.

Bei Schutzmasken liegt der Preisanstieg laut Verbraucherverbund Codacons sogar bei 1700 Prozent: Statt 10 Cent kostet eine Maske im Online-Handel jetzt durchschnittlich 1,80 Euro.

Easyjet streicht wegen Coronavirus Flüge

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus streicht die britische Airline Easyjet Flüge und legt zudem ein Sparprogramm auf. Vor allem Verbindungen nach und aus Norditalien, seien betroffen, teilte Easyjet am Freitag in Luton bei London mit.

Dort, aber auch in anderen Regionen Europas, sei die Nachfrage zuletzt zurückgegangen. Der Billigflieger kündigte zudem ähnliche Maßnahmen wie zuvor schon die Lufthansa an, um die Folgen der Virusausbreitung auf das Geschäft zu verringern.

So würden unternehmensweit Einstellungen und Beförderungen zurückgestellt sowie nachrangige Projekte und Ausgaben verschoben. Mitarbeitern werde unbezahlter Urlaub angeboten. Kosten sollen auch in der Verwaltung gespart werden, Prämien werden gestrichen.

Es sei allerdings zu früh, die Auswirkungen des Covid-19-Ausbruchs auf das Jahresergebnis einzuschätzen, so Easyjet weiter. Das Unternehmen beobachte die Entwicklung genau und arbeite eng mit den Behörden zusammen.

Robert-Koch-Institut warnt: „Tödlicher als Grippe“

Nach den bisher bekannten Zahlen ist das neuartige Coronavirus laut Robert Koch-Institut (RKI) tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte Institutspräsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.

Bisher hatten viele Ärzte immer davon gesprochen, dass das Grippevirus wesentlich aggressiver sei als Corona.

Amtsärzte: „Sind schlecht auf Corona-Ausbruch vorbereitet“

Die Amtsärzte in Deutschland sehen die Gesundheitsämter insgesamt schlecht auf einen größeren Corona-Ausbruch hierzulande vorbereitet. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, dass die Behörden vor Ort zwar mit Einzelfällen bestens umgehen könnten.

„Bei größeren Ausbrüchen oder einer Vielzahl von Erkrankten und Kontaktpersonen fehlen den Gesundheitsämtern aber schlichtweg die Kapazitäten.“ Schon der aktuelle Fall im nordrhein-westfälischen Heinsberg (hier lesen Sie mehr), bei dem die beiden Erkrankten eine Vielzahl von sozialen Kontakten hatten, bringe die Amtsärzte an ihre Grenzen, so die Verbandsvorsitzende.

Bundesweit gibt es laut Teichert 2500 Amtsärzte verteilt auf 380 Gesundheitsämter. „Da fehlt mir einfach die Fantasie, wie das bei der Bekämpfung einer großen Epidemie ausreichen soll.“ Engpässe ließen sich nur bedingt mit Aushilfskräften, Überstunden und Wochenenddiensten überbrücken.

„Im Ernstfall wird das medizinische Personal überall gebraucht“, so Teichert. Es räche sich nun, dass in den vergangenen Jahren nicht mehr in den öffentlichen Gesundheitsdienst investiert worden sei. „Bis das Personal jetzt aufgestockt ist, ist Corona bereits weitergezogen“, so Teichert.

Coronavirus: Live-Karte zeigt alle bekannten Fälle weltweit

Die amerikanische John Hopkins University (Baltimore) hat eine interaktive Live-Karte zum Coronavirus veröffentlicht (hier klicken), um das weltweite Ausmaß der Ausbreitung zu dokumentieren.

Rote Punkte auf der Karte zeigen, wo das Coronavirus am stärksten verbreitet ist. In Echtzeit wird die Zahl der Infizierten, Geheilten und verstorbenen Menschen angezeigt.

Rückblick: So kam das Coronavirus nach Deutschland

Zunächst war ein Fall einer Infizierung mit dem Virus in Bayern bekannt geworden. Am 28. Januar 2020 wurden vom Gesundheitsministerium in München dann drei weitere Fälle bestätigt, am 30. Januar 2020 kam noch ein Coronavirus-Fall hinzu. Es handelt sich um Mitarbeiter derselben Firma, in der auch der erste bestätigte Infizierte arbeitet, den Automobilzulieferer Webasto.

Am 1. Februar wurde der achte Fall aus Bayern bekannt. Es handelt sich um einen 33-Jährigen, der ebenso wie die übrigen sieben Erwachsenen für die Firma Webasto arbeitet.

Hier mehr lesen: Alle aktuellen Infos zum Coronavirus beim Bundesgesundheitsministerium

Der männliche Patient, der sich als erster in Deutschland mit dem Virus angesteckt hatte, stammt aus dem Landkreis Starnberg. Es handelt sich um einen 33-Jährigen. 

Der Mann hatte am 21. Januar 2020 an einem Meeting im Kreis Starnberg teilgenommen. Geleitet wurde dieses Meeting von einer Frau aus China. Dort hat er sich offenbar mit der Lungenkrankheit angesteckt. Bei der Frau handelte es sich um einem Gast seines Arbeitgebers.

Hier mehr lesen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

Das Besondere an dem ersten Fall in der BRD: Erstmals gab es eine Ansteckung zwischen nicht eng Verwandten in einem Land außerhalb Chinas.

Coronavirus: Wie alles begann

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurde das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China am Silvestertag über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan, in der Provinz Hubei, informiert.

Die chinesischen Behörden identifizierten nur wenige Tage später ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankungen. Das Virus ist mit dem SARS-Virus verwandt, das zuletzt in den Jahren 2002 und 2003 fast überall auf der Welt für Beunruhigung sorgte.

Der WHO zufolge bestand basierend auf den bisher vorliegenden Informationen die Möglichkeit einer begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung, da sich eine Reihe von Erkrankungsfällen nicht anders erklären ließen.

Ende Januar erklärte WHO Ausbreitung des Coronavirus zum internationalen Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die rasante Ausbreitung des Coronavirus aus China noch Ende Januar 2020 zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Das bedeutet: Die mehr als 190 Mitgliedsländer müssen von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung gemeinsam koordinieren.

Mittlerweile sind von dem Virus deutlich mehr Menschen betroffen als vor 17 Jahren bei der SARS-Pandemie. Damals wurde SARS bei gut 8000 Menschen diagnostiziert.

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